Coden für Kinder und Jugendliche

Jeden zweiten Freitag im Monat (zwischen 16 und 18 Uhr) treffen sich im Linzer Wissensturm technologieinteressierte Kinder und Jugendliche mit erfahrenen Mentoren, die sie bei ihren Fragen und Projekten unterstützen. Der Gründer des CoderDojo Linz, Rainer Stropek, erzählte "Linzerkind", was interessierte Kinder dort erwartet und wie man bei den Treffen teilnehmen kann.

 Ein junger Programmierer beim Treffpunkt CoderDojo. Foto: Rainer Stropek

Ein junger Programmierer beim Treffpunkt CoderDojo. Foto: Rainer Stropek

 

Linzerkind: Seit wann gibt es das CoderDojo, und wie ist die Idee dazu entstanden?

Rainer Stropek: Beim Besuch einer Fachkonferenz in Belgien lernten wir, Karin Huber und ich, die internationale CoderDojo Initiative kennen. Freiwillige Mentorinnen und Mentoren bieten in CoderDojos auf der ganzen Welt kostenlose Programmierclubs für Kinder und Jugendliche an. Als begeisterte Softwareentwickler sprach uns die Idee sofort an. Recherche im Internet zeigte, dass es in Österreich, insbesondere in Linz, keine regelmäßigen Programmierclubs für junge Coder gibt. Das wollten wir ändern. Erste Probetermine im Sommer 2015 machten uns so viel Spaß, dass wir unbedingt weiter machen wollten. Jetzt gibt es uns seit über einem Jahr und es läuft wunderbar, sowohl Mentoring-Team als auch Besucheranzahl steigen kontinuierlich. Aus einem Versuch ist eine aktive, lebendige Gemeinschaft geworden.

Wie würdet Ihr das CoderDoJo beschreiben?

Das CoderDojo ist weder Schule noch Nachhilfeunterricht. Bei CoderDojos wird Technologie spielerisch entdeckt und gelernt wie man Code schreibt, Webseiten entwickelt, Apps und Spiele programmiert und vieles mehr. Technologieinteressierte Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 17 Jahren treffen Gleichgesinnte und können sich über ihre Projekte austauschen. Unterstützt werden die jungen Coder dabei von Mentorinnen und Mentoren, die fundiertes Softwareentwicklungswissen haben, oft sogar Profis auf diesem Gebiet sind. Nachdem das CoderDojo eine gewisse Größe erreicht hatte, haben wir den Coding Club Linz e.V. gegründet. Dieser gemeinnützige Verein ist formal die Trägerorganisation des CoderDojo Linz. Uns ist aber wichtig, dass das CoderDojo weder für Kids noch für Mentorinnen und Mentoren zu einer dauerhaften Verpflichtung wird. Wer Lust und Zeit hat, kommt. Wenn es einmal nicht passt, ist das vollkommen ok. Mentorinnen, Mentoren, Besucherinnen und Besucher melden sich für jeden Termin getrennt an. So können wir im Vorhinein abschätzen, ob Besucheranzahl und Mentorenteamgröße in etwa passen.

Wie wird die Initiative angenommen? Wieviele Kinder nehmen jeweils teil?

Das CoderDojo Linz ist seit seiner Gründung stetig gewachsen. Mittlerweile besuchen zwischen 30 und 40 junge Coder alle zwei Wochen die CoderDojos im Wissensturm. Das Team an Mentorinnen und Mentoren umfasst meistens zwischen 7 und 10 Personen. Dadurch hat man ausreichend Zeit, sich um Fragen der Kids zu kümmern.

Platz hätten wir im Wissensturm noch für etwas mehr Kinder. Limitiert ist das Angebot momentan durch die Anzahl an Mentorinnen und Mentoren. Daher unser Aufruf: Wer in der Softwareentwicklung tätig ist und Lust hat, den Coder-Nachwuchs zu unterstützen, soll sich bei uns am besten durch Email an info@coderdojo-linz.org melden.

Ist das Angebot kostenlos? 

Ja, vollständig kostenlos. Wir können dank Sachspenden aus der Wirtschaft sogar kostenlos ein paar Leih-Laptops anbieten.

Wie kann man sich das Programm in den zwei Stunden vorstellen?

Grundsätzlich gilt: Die Ideen der Kids stehen im Mittelpunkt. Wer eine Idee für ein cooles Programmier- oder Elektronikprojekt hat, bringt sie mit. Für alle, für die Softwareentwicklung noch neu ist, haben Mentorinnen und Mentoren eine Menge Vorschläge, wie man am besten startet. 

Wer noch nie programmiert hat, lernt am besten als erstes Scratch kennen. Man lernt damit die Grundlagen von Programmierung auf ganz einfache, grafische Art. Wer ein wenig erfahrener und neugierig auf die Welt des Internets ist, kann beginnen, seine erste eigene Webseite zu bauen. Ob eigener Blog, Fotosammlung, Browser-Spiele oder - wenn das Kind schon alt genug ist - Facebook-App, den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Die Mentorinnen und Mentoren helfen, HTML, CSS und JavaScript zu entdecken. Man kann im CoderDojo auch professionelle Programmiersprachen wie Python, C#, Java oder C++ lernen. Das ist natürlich etwas für die erfahreneren Kids. Solche Programmiersprachen öffnen eine ganz neue Welt in Sachen Computer. Minecraft Mods, Elektronikprojekte mit Raspberry Pi und vieles mehr warten dann auf die Jugendlichen.

Wir bemühen uns darüber hinaus, immer wieder Gäste einzuladen, die besonders spannende Themen im Rahmen von Thementagen vorstellen. Das liefert Ideen für zukünftige Projekte.

Sollte man bereits Vorwissen haben? Oder kann jeder direkt auch unter dem Jahr mit einsteigen?

Vorwissen ist nicht notwendig. Jeder steigt dort ein, wo es für sie oder ihn passend ist. Man kann jederzeit starten und geht keine Verpflichtung ein, über eine gewisse Zeit regelmäßig kommen zu müssen. Wer Lust und Zeit hat, kommt vorbei. Wir brauchen nur unbedingt vorab eine Anmeldung zum jeweiligen Termin auf unserer Webseite http://coderdojo-linz.github.io/. Das brauchen wir für die Planung der Räume und des Mentoren-Teams.

Muss man etwas mitbringen? Laptop oder Tablet?

Ja, Laptop ist eigentlich Voraussetzung. Wir haben zwar ein paar wenige Leih-Laptops. Die Anzahl ist aber aktuell noch beschränkt.

 

 

Viele weitere Infos, Termine, Anmeldemöglichkeit gibt es hier

Für aktuelle Neuigkeiten gibt es die Facebookseite des CoderDoJo